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Rechtsform und Besteuerung

Rechtsform und Besteuerung

Vor einer Unternehmensgründung sollten sich Selbstständige und Neugründer darüber informieren, welche Rechtsform in Bezug auf Haftungs- und Steuerbelange für sie am vorteilhaftesten ist. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Hier ist Hilfe vom Fachmann gefragt – ein sachkundiger Steuerberater kann weiterhelfen und die Unternehmensgründung in die Wege leiten.

Welche Rechtsform ist die richtige?

Bei der Auswahl der Rechtsform sollte zunächst entschieden werden, ob es sich um eine Personen- oder Kapitalgesellschaft handeln sollte.

Personengesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass sich mehrere Personen zusammenschließen, um sich selbstständig unternehmerisch zu betätigen. Dabei haften diese Personen, genauer gesagt, die Gesellschafter, mit ihrem eigenen Vermögen gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft.

Personengesellschaften haben nur geringe Gründungskosten, allerdings ist das unternehmerische Risiko bei einer Personengesellschaft höher, da mindestens einer der Gesellschafter unbeschränkt mit Hab und Gut für das Unternehmen haftet. Trotzdem ist die Gründung einer Personengesellschaft günstiger: es ist weder eine Mindestkapitaleinlage wie bei der GmbH nötig, noch ist der Gesellschaftsvertrag notariatsaktpflichtig. Diese Kosten entfallen damit.

Im Gegensatz dazu stehen die Kapitalgesellschaften, wie die eher bei größeren Unternehmen vorkommende Aktiengesellschaft und die GmbH, die sich im deutschsprachigen Raum als Gesellschaftsmodell für kleine und mittlere Unternehmen durchgesetzt hat.

Die GmbH haftet mit ihrem Eigenkapital, welches bei Gründung zumindest 35.000 € betragen muss. Dieser Betrag muss nur zur Hälfte effektiv vorhanden sein, die andere Hälfte kann in Form von Fahrzeugen, Patenten und anderen Aktiven bei der Gründung mit eingebracht werden.

Die GmbH genießt in Österreich als solide Unternehmensform ein grosses Ansehen. Gesellschafter haften nur eingeschränkt mit ihrem Vermögen, das heisst, solange der Geschäftsführer immer im Interesse des Unternehmens handelt und Verluste nicht auf Unverantwortlichkeit zurückzuführen sind, haftet das Unternehmen mit dem Stammkapital.

Die Besteuerung von Personen- und Kapitalgesellschaften

Nicht nur bei der Unternehmensgründung, auch bei der Besteuerung gibt es Unterschiede zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften.

Bei den Personengesellschaften ist das Steuersubjekt nicht das Unternehmen, sondern die Gesellschafter selbst. Beim Jahresabschluss wird der Gewinn oder Verlust auf die Gesellschafter nach Beteiligungsverhältnissen verteilt und über die Einkommenssteuer versteuert.

Die GmbH unterliegt der Körperschaftssteuer, welche in Österreich derzeit 25% beträgt und damit im europäischen Vergleich recht günstig ist. Dividenden, die an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, werden über die Kapitalertragssteuer versteuert, welche ebenso 25% beträgt.