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Lebenspartner Erbrecht

Hat mein Lebenspartner ein gesetzliches Erbrecht?

Haben Sie schon an die Errichtung Ihrer letztwilligen Verfügung gedacht? Beziehungsweise, hat Ihr Lebenspartner das schon getan? Wenn nicht, sollten Sie unbedingt darüber nachdenken, denn sonst kann es passieren, dass Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über viele Jahre oder auch Jahrzehnte eine wunderbare, stabile Beziehung führen. Heiraten möchten Sie nicht, oder Sie finden, dass es noch nicht an der Zeit dazu ist. Plötzlich verstirbt Ihr Lebenspartner und hat nicht daran gedacht, ein Testament aufsetzen zu lassen.

Wenn Sie zum Notar gehen, dürfte der Schock erst mal tief sitzen: Das gesamte Vermögen fließt an die Kinder aus einer früheren Partnerschaft oder an die Nichten und Neffen des Partners, während Sie leer ausgehen. Hat man als Lebensgefährte denn kein Erbrecht?

Lassen Sie sich unbedingt schnellstmöglich von einem Notar beraten. Sie sind aus Innsbruck? Wenden Sie sich an das Notariat Dr. Christoph Sigl, LLM in der Museumstraße. Dr. Sigl ist spezialisiert auf Erb-, Testaments- und Stiftungsrecht. Weitere Informationen auch auf der offiziellen Homepage.

Lebenspartner gelten vor Gericht als Fremde

Die Annahme, dass Lebensgefährten ohne Trauschein dieselben Rechte haben wie Paare, die den Bund der Ehe eingegangen sind, ist schlichtweg falsch. Im Bereich des Erbrechts gelten Lebenspartner als Fremde, ganz egal, wie viele Jahre das Paar zusammen war oder auch zusammengelebt hat. Lebenspartner haben weder ein gesetzliches Erbrecht, noch den Anspruch auf einen Pflichtanteil.

Dieser Ungerechtigkeit können Sie mit der Errichtung einer letztwilligen Verfügung entgegenwirken, wenn Sie möchten, dass Ihr Partner im Falle Ihres Ablebens begünstigt wird. Wenn Sie dies jedoch unterlassen, hat Ihr Partner keine Ansprüche auf Ihren Nachlass, sondern Ihr gesamtes Vermögen geht an Ihre Kinder, Nichten, Neffen oder andere Verwandte. Wenn Sie keine lebenden Verwandten mehr haben, fließt Ihr Vermögen an den Staat.

Sonderregelungen im Mietrecht

Unter bestimmten Umständen steht Lebenspartnern nach dem Ableben Ihres Lebensgefährten von Mietrecht wegen ein Eintrittsrecht in den Mietvertrag zu, vorausgesetzt, sie haben dort zusammen gelebt. Auch durch die Möglichkeit, gemeinsames Wohnungseigentum zu begründen, kann eine Absicherung des Lebensgefährten erreicht werden.

Neues außerordentliches Erbrecht für Lebensgefährten

Ab 1. Jänner 2017 erhalten Lebenspartner unter gewissen Voraussetzungen ein außerordentliches Erbrecht, nämlich vor dem Erbrecht von Vermächtnisnehmern und bevor der Nachlass an den Staat fällt.

Wenn also keine gesetzlichen oder testamentarischen Erben vorhanden sind, erbt der Lebensgefährte, vorausgesetzt, dieser hat in den letzten drei Jahren mit dem Verstorbenen in einem gemeinsamen Haushalt gelebt. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Verstorbene zum Zeitpunkt des Ablebens weder verheiratet, noch in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt hat.

Vertrauen Sie jedoch nicht allein auf das neue Erbrecht, sondern kümmern Sie sich darum, dass die Personen begünstigt werden, die Sie begünstigen wollen. Fragen Sie Ihren Notar!