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Feinstuab Baustelle

Feinstaub auf der Baustelle: Gesetzlicher Schutz für Mitarbeiter

Arbeit auf der Baustelle bedeutet häufig, sich unsichtbaren Gefahren auszusetzen. Insbesondere Stäube belasten die Gesundheit der Beschäftigten schwer. Je kleiner dabei die Partikel sind, desto größer ist die Gefahr, dass sogenannte alveolengängige Stäube sich in der Lunge festsetzen. Auf Grundlage der Verordnung zum Schutz von Gefahrstoffen erläutert Matthias Gräf von dustbox.de, wie gesetzlicher Schutz für Mitarbeiter auf der Baustelle aussehen kann, soll und muss.

Zielsetzung und Anwendungsbereich der Gefahrstoffverordnung

Ziel der Verordnung zum Schutz von Gefahrstoffen ist es, Mensch und Umwelt vor sogenannten stoffbedingten Schädigungen zu schützen. In diese Kategorie fallen beispielsweise Giftstoffe, aber auch Stäube, wobei an dieser Stelle zwischen einatembaren und alveolengängigen Stäuben (A- und E-Staub) unterschieden wird.

Die Maßnahmen sind sowohl allgemeiner als auch sehr spezifischer Natur. Alle Maßnahmen zur Kennzeichnung gefährlicher Stoffe werden im Detail auch in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) der Bundesregierung ausgeführt. Dort wird zudem erläutert, wie Beschäftigte am besten geschützt werden können, sodass eine Beeinträchtigung der Atemorgane verhindert werden kann.

Diese Maßnahmen muss der Bauherr ergreifen

Feinstaub auf der Baustelle
Gesundheitsbelastungen durch Feinstaub auf der Baustelle wird vom Gesetzgeber ernst genommen 

Im Detail bedeutet das, dass der Bauherr darauf achten muss, den im Arbeitsschutzgesetz, den TRGS und der Gefahrstoffverordnung festgelegten Auflagen Folge zu leisten. In erster Linie heißt das, die Arbeitsplatzgrenzwerte von 1,25 mg/m³ für Feinstaubbelastung einzuhalten. Regelmäßige Kontrollen sind dafür die Grundvoraussetzung. Liegen die Werte im roten Bereich, müssen unverzüglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Aufgabe des Arbeitgebers ist es zudem, Maschinen und Geräte zu wählen, durch die möglichst wenig Staub freigesetzt wird. Auch Information und Unterweisung der Beschäftigten gehört zu den Hauptaufgaben des Bauherrn, der darüber hinaus dafür zuständig ist, eine reibungslose und schadstoffarme Organisation auf die Beine zu stellen.

Die Schutzmaßnahmen können nach dem STOP-Prinzip in Kategorien unterteilt werden:

  • Substitution: Stoffe und Maschinen, die Stäube in die Luft wirbeln, werden durch andere Materialien ersetzt.
  • Technische Maßnahmen: Durch den Einsatz moderner Luftreiniger als Staubschutz können Stäube direkt an der Entstehungsquelle abgesaugt werden.
  • Organisation: In diesen Bereich fallen die regelmäßige Reinigung des Arbeitsplatzes, möglichst kurze Arbeitszeiten an belasteten Arbeitsplätzen, die umfassende Unterweisung von Beschäftigten etc.
  • Persönliche Maßnahmen: Obwohl diese, wie bereits durch die Bezeichnung impliziert, der Verantwortung jedes einzelnen obliegen, hat auch hier der Arbeitgeber Ressourcen freizusetzen, etwa Möglichkeiten zur arbeitsmedizinischen Vorsorge oder Atemschutz.

So bleiben Bauarbeiter gesund

Als Beschäftigter hingegen gilt es, gesetzliche Vorgaben durchaus ernst zu nehmen, da man ansonsten seine Gesundheit empfindlich aufs Spiel zu setzen droht. Persönliche Schutzausrüstung, inklusive der Atemschutzmaske, sollten im Bedarfsfall tatsächlich verwendet, ansonsten aber sachgerecht aufbewahrt und regelmäßig gereinigt werden.

Auch die Gesundheitsvorsorge selbst sollte nicht vernachlässigt werden. Vor allem dann, wenn bereits Beschwerden wie Husten oder Atembeschwerden aufgetreten sind, sollte kein Risiko eingegangen werden, damit Arbeit eben nicht krank macht.